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Leipzig liest

Wie jedes Jahr trifft sich die Bücherwelt anlässlich der Buchmesse in Leipzig und ich mittendrin. Dabei stelle ich fest, dass der erste Tag, an dem die Hallen der Leipziger Messe die Öffentlichkeit zum Entdecken neuer Welten zwischen Buchdeckeln einladen der angenehmste ist. Tatsächlich war Donnerstag wohl noch überwiegend Fachpublikum in den Hallen anzutreffen, da die meisten Schulklassen (ich erinnere mich dunkel und mit wenig Freude daran) freitags ihre Exkursionen starten und die Cosplayer hauptsächlich samstags die Messe unsicher machen. Außerdem können sich nicht allzu viele Leute leisten nur für die Buchmesse einen oder gar zwei Tage frei zu nehmen – es geht ja schließlich nur Bücher – willkommen in meiner Welt.

Ich nutzte also den Donnerstag um ganz ungestört und ohne ständig von einer beängstigenden Menschenmenge umgeben zu sein durch die Hallen zu schlendern, einigen Autoren zu lauschen und kleine Geschenke zu sammeln (die Ausbeute war dieses Jahr aber eher überschaubar).

FreitagabendThea Dorn ging es dann zu einer Lesung zu Thea Dorns neuem Roman Mädchenmörder. Allerdings las Frau Dorn nicht selbst (ich hätte sie zu gern lesen gehört), sondern eine junge Schauspielerin (mit angenehmer Stimme) übernahm diesen Part während die Autorin Frage und Antwort stand, was zum Teil sehr amüsant war. Die Passagen machen jedenfalls gespannt auf mehr…

Nun, mal sehen, was Sonntag noch so stattfinden wird.

Leipzig-Berlin-Leipzig

Nun abgesehen von dem wirklich schlimmen Unwetter der letzten Nacht, welches sogar meinem Kater derartige Angst eingejagt hat, dass er unter mein Kopfkissen (!) gekrochen ist und die heftigen Hagelschauer, das Donnern und Blitzen mich zwischen vier und fünf wachgehalten haben, was jetzt Kopfschmerzen zur Folge hat, hat sich einiges getan im letzten Monat (denn heute ich ja schon der 1. März – was heißt, dass auch bald der 2. März ist und dann schon der 3. März… einige wenige Eingeweihte kennen die Bedeutung dieses Datums).

Um die Zeit unseres Seitenjubiläums habe ich einen Brief bekommen, der mich in einen Zustand der Freude und Aufregung versetzt hat und als solcher nicht folgenlos bleiben konnte, sprich: Ich bin derzeit in Umzugspläne involviert. Noch steht nichts so richtig fest (was ein bisschen zermürbend ist), aber zu tun gibt es trotzdem genug, denn es geht hier ja um die Zukunft.

Bei diesem oben erwähnten Brief handelt es sich um die heißersehnte Zusage, die hoffentlich den Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft für mich ebnet (mehr wird nicht verraten). Und dieser Weg führt mich leider aus dem schönen Leipzig weg in die Hauptstadt. Das heißt also demnächst Wohnungssuche, Möbelpacken, Kistenschleppen und dann alles wieder zusammenschrauben, einräumen und irgendwie einleben. Ich bin deswegen sehr aufgeregt und freue mich wahnsinnig über diese Chance und Möglichkeit. Allerdings bin ich deswegen auch gestresst und genervt, weil mir ständig Leute im Ohr liegen mit „Was brauchst du denn noch alles für die neue Wohnung?“ oder „Nimm doch das alte Schlafsofa mit, das ist doch noch schön und bevor wir es wegwerfen…“ (NEIN! Es ist hässlich und ich mag es nicht und es hat schon seinen Grund, warum ihr es wegwerfen wollt!) oder „Man muss da vielbescheidener rangehen. Natürlich kann man auch einen Designer engagieren und den alles ausstatten lassen, wenn man denn das Geld hat…“ (Die Rede in diesem Zusammenhang war von IKEA-Möbeln und davon, dass ich unbedingt neue Möbel brauche, weil meine alten nicht zu gebrauchen sind. Aber einige Leute meinen eben, dass man besser hässliche, unpraktische, alte und kaputte Möbel haben sollte, als sich für voraussichtlich drei Jahre schön, gemütlich und den eigenen Vorstellungen nach einzurichten…)

Ich denke jeder, der mit Anfang 20 schon den Sprung aus dem heimischen Nest in das eigene Leben gewagt hat, wird das mehr oder weniger kennen. Die Mütter und Großmütter, die es lieb meinen, aber sich aufführen, als wäre man gerade erst aus dem Ei geschlüpft. Manchmal ist das Gegenteil von „gut“ eben „gut gemeint“. Natürlich freue ich mich sehr über Hilfe, aber es wird langsam Zeit, dass einige Leute aus meinem Umfeld verstehen, dass es dabei vor allem um mich geht und dass ich mich dann dort in der neuen Wohnung wohl fühle.

Das ist jedenfalls alles sehr spannend und lästig zugleich…

Jetzt brauche ih jedenfalls erst mal ein koffeinhaltiges Heißgetränk und den IKEA-Katalog ;)

Ein erstes Jubeljahr

Nun, am 10. Februar, ich wollte es auch kaum glauben, wird dieser Blog schon ein Jahr alt. Und ich bin doch immer wieder darüber erstaunt, dass wir offensichtlich doch einige treue Leser in diesem ersten Jahr (ich hoffe es werden noch einige mehr werden, ich strenge mich jedenfalls an mal wieder mehr zu schreiben) gewinnen konnten. Außerdem haben wir wohl bald (es kann sich nur noch um Stunden handeln) auch eine magische Marke bei den Besucherklicks gebrochen (welche wird hier nicht verraten). Zur Feier dieser beiden denkwürdigen Ereignisse werde ich ein Versprechen, dass ich vor einiger Zeit schon gegeben habe auf jeden Fall wahr machen und die Seite mal einem Lifting unterziehen… ein Jahr lang immer das Selbe könnte auf die Dauer langweilig sein. Am 10. Februar werdet ihr es erleben. Dann wird es hier geburtstagsfeierngemäß aussehen und für die Zeit danach gibt es auch ein paar kleinere optische Veränderungen. Was wir wegen des Klickzählerjubiläums machen, weiß ich noch nicht so genau, aber ihr werdet es als erste erfahren. Also bleibt gespannt.

Mensa Academica

Mensa in Leipzig. Das hieß für mich immer: überfüllte, dunkle Räume, denen man genau anriecht, was heute gekocht wurde. 

Mensa Interim – oder: wieviele Studenten passen auf 50 qm?

Mensa Peterssteinweg: einmalige Warteschlangenführung, Tablettbalanceakts  durch schmale Türen. 

Mensa Jahnallee: authentisches DDR-Feeling.  

Welch erquickend anderes Erlebnis dagegen, wenn man sich einmal von den heiligen Hallen er Universität löst, und sich bei der Konkurrenz einschleicht: in die HTWK. 

Seit die Uni sich selbst abgerissen hat, stehlen wir Unistudenten uns in ihre Hörsäle.  

Und ab jetzt auch in die Mensa!

Denn was sah mein trübes Auge da: Glasdach, freundliche bunte Bestuhlung, Parkett, eine funktionierende Essensausgabe mit 4(!) – ich wiederhole: VIER(!) – verschiedenen Tagesgerichten. UND Salatbar!

Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden.

Lieblingsorte…

„Nächster Halt: Wilhelm-Leuschner-Platz. Zentraler Umsteigepunkt. Zugang zur Innenstadt.“ Ich steige aus. Gehe aber nicht in die Innenstadt. Überquere die Straße in die andere Richtung. Richtung Rossplatz. Richtung Südosten.

Eigenartig verwucherte 60er-Jahre Heimeligkeit. Ein „moderner“ Brunnen, in dem nie Wasser fließt. Ein Gebäude, dessen Zweck ich nicht kenne. Hohe Bäume. Und Parkbänke, auf denen beinah nie jemand sitzt. Selten einmal ein altes Ehepaar. Noch seltener Jugendliche mit Bierflaschen in der Hand.

Es ist still.Der Weg endet an einer Holzwand. Dahinter eine Baustelle. Erst einmal habe ich sie dort arbeiten sehen.

Der gewiefte Leipziger weiß jedoch, dass er sich durch die Büsche schlagen kann. Durch das Gestrüpp, durch die Dornenhecke, wie Dornröschens Prinz.

Und es öffnet sich ein Platz. Vergessen seit Jahrzehnten. In der Mitte eine Ruine, alte Graffiti sind dran zu sehen. Aber auch die schon seit Jahren.

Es ist ruhig hier. Fläche umrandet von den Bäumen, in denen Vögel zwitschern. Eine Enklave inmitten der Stadt. Vergessen.  

Und doch belebt. Setzt man sich, und wartet, dann kann man Menschen sehen. Die hier durchgehen. In Anzug und Krawatte die Pfützen überspringend. Auf dem Fahrrad, Schlaglöchern ausweichend. Das Handy am Ohr, ins Gespräch vertieft.

Es ist ein Durchgangsort. Zwischen Bibliothek und Innenstadt. Süden und Zentrum.

Ein Platz, der einfach da ist. Knutschende Pärchen in seinem Gesträuch versteckt, nistende Vögel in seinen Bäumen. Den man nutzen kann, um abzukürzen. Und um beim überqueren kurz durchzuatmen.

Da ist ein Himmel über Leipzig. Da ist Erde unter den Pflastersteinen. Da ist eine Stille unter dem alltäglichen Stimmengewirr.

Nun, wenn ich mir das Datum des letzten Eintrags hier ansehe und dann auf den Kalender gucke, dann muss ich leider feststellen, dass besagter Eintrag bereits zwei Monate alt ist.

Leider kann ich im Moment auch nicht viel mehr schreiben als: es tut uns leid, falls ihr auf Beiträge gewartet haben solltet. Anne ist gerade umgezogen, ich war beruflich unterwegs, außerdem sind momentan Semesterferien bzw. ist vorlesungsfreie Zeit und da zieht es die Studenten nicht selten aus der Stadt zu ihren Verwandten in allen Ecken und Enden Deutschlands hin.

Ich selbst hatte zwischenzeitlich die Lust und den Frust zwei Wochen, fast komplett von allen multimedialen Kommunikationsmitteln abgeschnitten, auf einem Bauernhof mit Hund, Hühnern und Schafen zu verbringen und noch dazu gefühlte Hundert Kilometer von jeder kulturell belebten Stadt entfernt. Da ist mir dann wieder einmal mehr klar geworden, wie sehr ich doch an Leipzig hänge, ein bisschen auch an der Uni, vor allem aber an den vielen Möglichkeiten des Zeitvertreibes und natürlich der obligatorische Tasse Kaffee mit den Freunden.

Als kleine Entschädigung und den Beweis, dass ich (oder auch wir) durchaus willens sind derartige Durststrecken in Zukunft zu vermeiden, entwerfe ich gerade eine neue Optik (so dies mit dem Standardpaket in punkto Individualität möglich ist) für diesen Blog. Außerdem wird es einen Steckbrief der anderen Art geben. Aber wann, darauf kann ich mich nicht sofort festlegen. Zumal ich das ja auch mit Anne koordinieren muss.

Wie schon erwähnt, liebe ich Leipzig im Sommer. Was noch nicht gebührend beachtet wurde, ist der ungemeine Charme der Hof- und Gartenfeste in Leipzig.Zwei Grills, eine brennende Mülltonne, eine Schaukel und ein Kletterbaum, eine Tischtennisplatte, ein Tischkicker und als kleines Extra eine 1a Ruine im Garten mit begehbarer Dachterrasse, machen den Hinterhof perfekt für alle, die schon immer von einem Sommerfest im Stile der Villa Kunterbunt geträumt haben. Leipzig bietet erstaunlich viele Hinterhöfe, verwucherte und heruntergekommene Ecken, die der kleinen Romantikerseele entgegenkommen.Mich faszinieren Leipzigs Höfe immer wieder aufs Neue. Manchmal geh ich einfach grundlos in einen hinein. Manchmal spähe ich durch Gittertore, um zu sehen, was für ein Garten sich wohl dahinter verbirgt. Ihre wahre Pracht und ihren je eigenen, ganz speziellen Charme entfalten sie jedoch bei Dunkelheit, im Licht von Kerzen, Fackeln und Notlampen. Grilldämpfe, Musik und fröhliche Stimmen. Ein Hinterhof, das ist ein Ort zum Verlieben. Geborgen und verborgen. Dennoch unter freiem Himmel. Dunkle Ecken und helle Flecken.Und im Idealfall ein Kirschbaum.

Wohnungssuche

Es gbt doch eigentlich kaum etwas, was mehr Spaß macht – jedenfalls in dieser Stadt! All die wunderschönen Jugendstilhäuser, Wohnungen in unterschiedlichstem Renovierungszustand und Überlegungen, wie: ach, eigentlich ist die Lage top, der Preis in Ordnung und der Schnitt der Wohnung gut, aber wir hätten doch eigentlich lieber Dielen als Laminat und ein Balkon sollte schon auch sein…
Meine Traumwohnung? Große Wohnküche, breiter Flur, in den man einen Tischkicker stellen kann, Dielen oder Parkett, Fenster im Bad (bzw. den Bädern), Zentralheizung, 4-6 schöne WG-taugliche Zimmer, ein Balkon, eine Lage, wo man nur zwei Mal umfallen muss, um zur Uni, zur Bibliothek, zu einem Supermarkt und zu guten Kneipen zu kommen. Die Straßenbahn sollte trotzdem nicht unterm Fenster langrattern, Stuck wäre auch nicht schlecht, jedenfalls aber eine nicht tot renovierte Wohnung mit alten großen Türen und Fenstern. Und das Ganze für nicht mehr als 200 Euro pro Zimmer…
Der Witz ist: möglicherweise finde ich sogar so eine Wohnung! In diesen Momenten ist man glücklich, nicht in München oder Heidelberg gelandet zu sein.

Also wenn mal wieder Besuch von außerhalb kommt, dem man gern mal zeigen möchte, wie wunderschön Leipzig ist – und wie groß – sollte man das Café ganz oben im MDR-Turm – früher mal Uni-Riese – besuchen.

Straßenbanhen sehen von da oben aus wie lustige Raupentiere und der Kaffee schmecht auch ganz gut. Außerdem hat man einen wunderschönen Ausblick auf Leipzig (wenn das Wetter gut ist) und kann auch noch auf das Dach – für noch mehr Übersichtlichkeit.

Wer also noch nicht da war: einfach mal rauffahren mit dem Fahrstuhl, das geht auch ganz schnell. Und dann ganz gemütlich mit Freunden einen trinken und die Aussicht genießen.

Bei gefühlten dreißig Grad im Schatten ist es eigentlich das Vernünftigste, einfach auf einer schönen Wiese zu sitzen (aber im Schatten um Sonnenbrand zu vermeiden) und zu lesen, Eis zu essen oder sich ein bisschen zu sonnen (aber nur ein bisschen, wegen Hautkrebs und Sonnenbrand). Aber vielleicht läd man auch ein paar Freunde ein und zeigt ihnen Lepzig in schönstem Sonnenschein, macht einen Abstecher zu San Remo oder diesem kleinen Laden im Petersbogen in dem es neben allerlei Naschereien auch ganz gutes Eis gibt und davor schlendert man mal an Wohlthat’s Buchhandlung vorbei und entdeckt… Stadtführer, auf Japanisch. Natürlich auch in vielen anderen, weniger „ausgefallenen“ Sprachen. Und gerade im Moment zu sehr verträglichen Preisen. Ist doch wirklich mal eine gute Gelegenheit vielleicht der Freundin in Paris oder dem Bekannten in Japan, dem Brieffreund in Spanien oder oder oder unsere schöne Stadt in Wort und Bild näher zu bringen :)

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